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Die 9,5 Thesen

These 7: Jesus hat nicht gelebt, um zu sterben!

Weltweit bekennen sich mehr als 1 Milliarde Menschen zum Christentum. Sie glauben, dass Jesus Christus für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist. Dies ist der Kern und das Fundament des christlichen Glaubens: Tod und Auferstehung des gottgesandten Erlösers.

Für aufgeklärte Menschen stellt jedoch gerade diese Kernaussage eine enorme Herausforderung dar:  Musste Jesus sterben, damit wir leben können? War es also ein Bauernopfer? War sein Tod gar von Anfang an vorherbestimmt? Und sollte das bedeuten, wir können für unser Heil selber gar nichts tun? Der Kreuzestod Jesu wirkt deplaziert in einer Welt, in der wir ständig an unsere eigene Verantwortung erinnert werden.

Für die christliche Kirche haben gute Werke einen hohen Stellenwert. Sie glaubt aber, dass man Erlösung nicht durch gute Werke erreichen kann, sondern allein durch die Gnade Gottes und das Blut des Erlösers.

Was sagt die Bibel?

Im Gleichnis von den bösen Weingärtnern spricht Jesus kurz vor seinem Tod bildhaft über die eigene Situation: Da die Arbeiter nicht auf seine Knechte hören, schickt der Hausherr ihnen seinen eigenen Sohn, weil er denkt: Vor ihm werden sie sich scheuen. Doch es kommt ganz anders. Sie töten ihn, und der Hausherr ist erschüttert. Glaubt man Jesu eigenen Worten, hat Gott ihn nicht geschickt, damit er stirbt.

Paulus argumentiert genauso: Hätten sie die Weisheit Gottes erkannt, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt (1.Korintherbrief 2, 8).

Die Krux in der Geschichte liegt in der Annahme, der Tod Jesu sei von Anfang an bestimmt gewesen. In Wahrheit war er Gottes Plan B, als Plan A nicht funktionierte: Als er keinen anderen Ausweg mehr sah, hat der Herr sich selbst zum Opfer gegeben, seinen Feinden vergeben und damit das wohl größte menschliche Zeichen für Gottes Liebe gesetzt. Diesen gekreuzigten Erlöser haben die Apostel und Jünger nach Jesu Tod ihr Leben lang verkündigt.

Dies ist alles lange her, aber das Prinzip bleibt: Der Gesandte Gottes rettet die Menschen nicht erst dadurch, dass er für sie stirbt, sondern indem er ihnen als ein lebendiges Beispiel zeigt, wie sie leben sollen. Christus musste nicht sterben, weil Gott das so wollte, sondern weil die Menschen ihn zu seinen Lebzeiten nicht annahmen. Und hier schließt sich der Kreis zur Verantwortung, welche wir an Gottes Heilsgeschichte mittragen.

Möchten Sie das genauer wissen?

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